Mein pseudophilosophisches Dasein ist der Versuch die Welt zu verstehen. Gereifte Gedanken und Ideen halte ich dann  in meinem Logbuch fest. Mir ist sehrwohl bewusst, dass ich dabei nichts Neues aufdecke, doch reicht mir die eigene Entdeckung schon als Genugtuung.

Am Anfang ist der Gedanke. Der kann aus einem Geistesblitz, basierend auf eigenen Beobachtungen entstehen, aber auch aus der Vordenkarbeit anderer. Mich faszinieren kluge Ideen, die kurz, prägnant Dinge auf den Punkt bringen und dabei ein durchdachtes Fundament aufzeigen können. Ich rede nicht von Binsenwahrheiten und Stammtischparolen, sondern von intelligenten Aussagen und Niederschriften, die es schaffen das eigene Denken nachhaltig zu beeinflussen. Die eigene Arbeit besteht dann darin, solche Perlen in das eigene Gedankenkonstrukt einzuarbeiten.

Und schon sind wir bei der Evolution der Gedanken. Ein Mensch alleine kann nicht im entferntesten das fassen, wie es dem Kollektiv möglich ist. Abgesehen davon, dass die Menschheit im Allgemeinen auch sehr viel nicht fassen kann, kann man seine Verständnis nur mit anderen ausbauen. Das merke ich am häufigsten in den Momenten, bei denen ich Freunden von meinen Ideen erzähle. Es reicht schon eine Frage, die man nicht beantworten kann und schon muss man sein Modell ändern oder zu mindest anpassen. Noch besser sind Ergänzungen, die sind aber meist erst nach längerer Diskussion möglich. Das liegt daran, dass man dazu auf einen gleichen Verständnisstand kommen muss. Und das wiederum, hat weniger mit Intellekt als viel mehr mit Interesse zu tun. Trotzdem hat jedes, noch so oberflächliches Gespräch, Potential sehr wertvoll für einen Pseudophilosophen zu werden. Manchmal reicht sogar eine BILD Schlagzeile oder ein Werbeplakat. Kurz gesagt, die gesamte Umwelt.

Gute Gedanken entstehen erst durch die Aggregation von vielen Gedanken. Gute werden weiterentwickelt, schlechte fallen raus, das ist der Darwinismus der Gedanken, wie ich ihn verstehe.

Zum Abschluss, eine kleine Geschichte:

Mitten auf einem Jahrmarkt steht ein total abgedunkelter Raum. Keiner weiß, was sich in diesem Raum befindet. Also gehen drei Besucher einzeln, nacheinander in den Raum und versuchen das Geheimnis des Raums zu erfühlen. Der Erste berichtet von einer meterhohen Säule. Der Nächste kommt raus und spricht von einer gewölbten Decke. Verwirrt kommt der Dritte aus dem Raum, er habe einen dicken Gartenschlauch, der in Luft hing, erfühlt. Sie fangen an zu kombinieren und dann lösen sie das Rätsel. Der Schlauch war ein Rüssel, die Säule ein Bein und die Decke der Bauch. So finden sie heraus, dass sich eine Elefant in dem Raum befindet.

Nochmal: Für sich genommen, wäre keiner der Kandidaten auf diese Lösung gekommen. Natürlich ist diese Anekdote nicht wasserdicht, aber sie erklärt ganz gut, was ich meine. Am Rande sei erwähnt, dass mir diese Anekdote von einem Freund erzählt worden ist und wie man sieht, ich habe sie schon eingebaut.

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