Mensch und Maschine

21. November 2010

Die alten Griechen machten zwischen Kunst  und Handwerk keinen Unterschied. Beides entstand gleichermaßen durch die Benutzung ihrer Hände. Dann erfand der Mensch die Dampfmaschine und auf einmal konnte er  physische Kraft auslagern und ließ den Pflug von einem Traktor ziehen, statt sich selber abmühen zu müssen. Kaum einer würde einem solchen Koloss aus Stahl irgendein Empfinden für Kunst oder die Fähigkeit diese zu erstellen, beschreiben und zu bewundern zusprechen. Einen Schritt weiter und der Mensch konnte Prozesse auslagern, einfache Arbeiten konnten automatisiert werden, all das durch die Verwendung von Computern. Wie in den Geisterhallen von BMW, sind sie heute in der Lage Schrauben einzudrehen und Karosserien zu schweißen.  Der Trend zum Autofactum hat erst angefangen und wird kein Stoppen kennen. Trotzdem, es bleiben geistlose Maschinen, auch wenn sie inzwischen ziemlich gut Schach spielen. Wobei man eigentlich Schach rechnen können sagen müsste.

Nun, kann man weiter denken und dann wird es sehr schnell, sehr kompliziert. Die Maschine könnte bald nicht mehr so dumm dastehen, wie sie es heute unbestritten noch tut. Viele Wissenschaftler weltweit haben sich zum Ziel gemacht Maschinen Intellekt beizubringen oder gar den Menschen nachzubauen. Die Vorreiter in dieser Disziplin können ihre mechanischen Schöpfungen schon Kaffeekochen oder das Treppenlaufen beibringen. Sie können Bälle fangen, sie können “lernen” und sich autonom verhalten. Wie weit kann man dieses Spiel treiben?

Was macht einen Menschen aus, was macht ihn zu dem was er ist?  Und bleibt ein Mensch Mensch, wenn man ihm Technik verpflanzt? Brillenträger sind Menschen, Menschen mit mechanischen Handprothesen sind Menschen, und auch die ersten mechanischen Herzen lassen den Mensch Mensch bleiben. Irgendwann wird es Speicherchips fürs Gehirn geben und man kann dieses Bild beliebig weiter zeichnen, oder nicht? Kann man den Geist eines  Menschen “downloaden” und eine Sicherheitskopie anfertigen oder in einen neuen Körper kopieren? Und was ist überhaupt diese ominöse Seele?

Eine weitere wichtige Frage, ist die nach dem freien Willen. Bis heute gibt es keine Übereinkunft über dessen Existenz. Unbestritten ist, dass sich der Wille frei anfühlt, das heißt aber nicht, dass er’s auch ist. Ich benutze hierfür immer gerne die Analogie vom Autofahren, man kann es anwenden ohne verstehen zu müssen was eigentlich passiert. Angenommen, es gibt die Seele und den Willen, wo befinden sie sich? Ist es naiv zu denken, dass alles einem Organ zuzuordnen ist und ist der Mensch doch mehr als eine biologische Maschine? Zumindest heute kann man es nicht beantworten. Doch falls der Mensch wirklich nur eine biologische Maschine ist, ist es wahrscheinlich, dass der Mensch diese auch nachbauen kann. Natürlich gefällt dieser Gedanke keinem, diese Reduzierung auf ein Klumpen von Materie ist viel zu unromantisch, aber das ist kein hilfreiches Argument.

Heute kann ich nur Fragen stellen. Antworten habe ich keine, in keine Richtung …

To be continued.

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